Beziehung, Gefühle, Gesundheit
Im Leben dreht sich alles um Beziehung. Die Beziehung zur Natur, zum Haustier, zur Religion, zum Bäcker, zu meinem Friseur, zum/r Freund/In, zum Arbeitgeber, zu Arbeitskollegen, zu den Eltern, zu meinen Kindern und natürlich zum/r Ehepartner/In. Die Menge unserer Beziehungen so wie die Art und Qualität einer Beziehung erschaffen die daraus resultierenden Gefühle. Diese bilden eine starke Kraft, die sich gesundheitsfördernd oder -hemmend auswirken kann.
Gefühle, die Gesundheit fördern
Wenn Sie sich ausgeglichen, befreit, begeistert, entspannt, erleichtert, friedlich, gelassen, lebendig, mit Liebe erfüllt, optimistisch, unbeschwert, zufrieden fühlen, ist das sicherlich Ihrem Wohlbefinden und Ihrer Gesundheit zuträglich.
Gefühle, die Gesundheit und Vitalität belasten
Fühlen Sie sich dagegen ängstlich, ärgerlich, deprimiert, empört, entrüstet, frustriert, schüchtern, traurig, unzufrieden, verbittert, zornig, dann schüren Sie damit tendenziell körperliche Degeneration und Krankheit.
Oberflächlichkeit oder Tiefe?
Kennen Sie den Ausspruch: "Du machst mich Kank"? Wenn ich von herabziehenden Gefühlen beherrscht werde, ist es sinnvoll, meine Zuversicht nicht zu verlieren. Die Zuversicht, dass es sich zum Guten ändern wird. Damit dies dann auch wirklich geschieht muss ich etwas dafür tun. Das heißt, mich, meine Gefühle und Reaktionen mit wachem Auge beobachten und sie zum Ausdruck bringen, ohne Vorwürfe an mein Gegenüber. Nur dadurch kann ich erreichen, dass mir keine Abwehr entgegen gebracht und ein konstruktives Gespräch möglich wird. Das ist nicht einfach. Was auf diesem Weg noch schwieriger sein dürfte, ist das Loslassen von Bildern, wie der/die Andere zu sein hat, die Welt zu sein hat, etc., doch die Mühe lohnt sich.
Es nutzt dagegen nichts, positiv zu denken und sich einzureden: "Ich bin gelassen, glücklich und zufrieden" wenn darunter Wut, Ärger, Groll, Enttäuschung und Hilflosigkeit kochen. Diese verdrängten Gefühle gären unter der Oberfläche weiter und führen nach der Meinung vieler Psychologen und Psychiater über kurz oder lang zur Krankheit.
Die Kulissen wechseln
Oft bin ich in solchen Situationen geneigt, die Situation zu verändern. Ich suche mir einen anderen Arbeitsplatz ( Mobbing ), oder verlasse meinen PartnerIn ( Eheprobleme ). Das mag der einzige Weg sein, zuerst einmal Abstand zu gewinnen und zur Ruhe zu kommen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass ich beim nächsten EhepartnerIn, der nächsten gleichwertigen Position im Job nach einiger Zeit wieder an der gleichen Stelle stehe. Nun habe ich drei Möglichkeiten:
- Nach dem Motto: "Besser eine schlechte Beziehung als gar keine", bleibe ich und versuche es so gut es geht durchzustehen ohne Veränderung.
- Ich ergreife wieder die Flucht.
- Ich gebe mich der Herausforderung hin und lasse mich in einen persönlichen Wachstumsprozess ein, der mit Akzeptanz und Änderung meiner Sicht der Welt verbunden ist.
Nur bei der dritten Möglichkeit werden Schmerz und Leid ein Ende haben und das um so schneller, je mehr ich in die Hingabe komme, also aus dem Herzen heraus Veränderung zulasse. Bei den andern beiden Möglichkeiten wird Schmerz und Leid mit der Zeit abstumpfen, ins Unterbewusstsein verdrängt werden, aber nicht verschwinden.
Die Fesseln der Kindheit
In Management Seminaren wird gern die Geschichte von dem jungen Elefanten erzählt, der als Baby-Elefant mit dem Hinterbein an einen kleinen im Boden steckenden Pfahl angebunden wurde, damit er nicht davon laufen konnte. Wenn dieser Elefant nun ausgewachsen ist, hält ihn der kleine Pfahl, den er jetzt mit Leichtigkeit ausreisen könnte, immer noch davon ab, davon zu laufen.
Genau wie bei diesem Elefanten ist auch unser Verhalten durch die Erfahrungen unserer Kindheit geprägt. Was uns damals geholfen hat, kann uns heute schaden. Doch die Muster sind tief in unserer Persönlichkeit verankert. Vielleicht kennen Sie ja den ein oder anderen Knopf bei sich. Wenn der gedrückt wird, gehts ab wie eine Rakete. Sie werden wütend oder ärgern sich, verpüren Groll oder werden depressiv, was Sie ja eigentlich gar nicht wollen. Doch es passiert dennoch. Auch hier erfordert das Loslassen der Muster Mühe und Auseinandersetzung mit gefühlsbeladenen Situationen aus der Kindheit. Der Erfolg findet seinen Platz in der entstehenden Freiheit und Leichtigkeit.
Geprägt fürs ganze Leben
Mindestens genau so wie die Fesseln belasten auch die Prägungen der Kindheit und Jugend unser Leben. Kennen Sie auch solche Prägungssätze wie: "Das kannst Du ja doch nicht, das ist nichts für Dich, das lernst Du doch nie, das verstehst Du nicht, wie siehst Du denn wieder aus, wegen Dir muss ich jetzt ...., alles muss sich nur um Dich drehen, etc.,"
Diese Sätze prägen uns, ob wir nun wollen oder nicht. Sie sind oft Ursache eines mangelnden Selbstwertgefühls oder aber der Antrieb für das Hamsterrad, in dem wir uns befinden. Wir wollen beweisen, dass wir es doch können. Aus dem Unterbewusstsein heraus werden wir unablässig angetrieben.
Der Tod einer Beziehung
Eine weitere schwierige Beziehungssituation ist, wenn die Beziehung gar nicht mehr ist. So befinde ich mich nach einer Scheidung oder einem Todesfall nicht nur in der Trauer, es können auch die Angst vor dem Alleinsein, Wut, Hilflosigkeit oder Verzweiflung vorhanden sein. Oder, wenn ich pensioniert wurde, ist vielleicht die Tätigkeit, über die ich meinen Selbstwert definiert habe, nicht mehr vorhanden. Gefühle der Wertlosigkeit können in diesem Fall auftreten.
Auch hier ist es wichtig, sich mit den Gefühlen auseinander zu setzen. Nicht jedoch, sich in Form von Selbstmitleid hineinfallen zu lassen. Denn dadurch werden unangenehme Gefühle nur gehegt und gepflegt.
Die Zeit der Trauer ist unterschiedlich. Bei Verlust durch Tod kann es ein halbes Jahr sein oder auch drei Jahre. Wer nach drei Jahren die Trauer noch nicht überwunden hat, sollte erwägen, Professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese ist jedoch allgemein für Trauernde zu empfehlen, da oft mit der Trauer verbundene unangenehme Gefühle verdrängt werden. Sie sind dann nicht weg oder aufgelöst, sondern belasten aus dem Unterbewusstsein heraus.
Hilfe
Wie Sie sehen sind die Verstrickungen unserer Beziehungen sehr vielfältig. Nicht auszuhaltende Gefühle werden ins Unterbewusstsein verdrängt und können auf der körperlichen Ebene zu Anspannungen in Muskulatur und Organen führen. Dieses wiederum kann sich zu Funktionsstörungen und damit zu Krankheiten auswirken.
Um die Anspannungen dauerhaft zu lösen, müssen die damit verbundenen Gefühle bewusst gemacht und als Teil von mir anerkannt werden. Die Verfahren dazu können Reiki, Body Harmonie, Trager oder Cranio sacral Movement Therapie, Systemische Aufstellungen, sowie verschiedene Formen des Geistigen Heilens sein. Auch spezielle Gruppenseminare, in denen es darum geht, seine Muster zu erkennen können sehr Hilfreich sein. Unterstützt werden kann die Arbeit durch Homöopathie.
Zur Übung der Kommunikation werden Kurse angeboten für gewaltfreie oder einfühlsame Kommunikation.
Sie finden unter Alternative Therapien die Behandlungen beschrieben und bei Hilfe und Therapie finden Sie qualilfizierte Behandler in Ihrer Nähe.